Lebensfäden

Lebensfäden

Im Projekt „Lebensfäden“ gestalteten 30 Frauen aus neun Ländern unter der Leitung von Marionettenspieler Markus Heip eigene Marionetten und brachten ihre persönlichen Geschichten auf die Bühne. Sie erzählten von Flucht, Verlust und Neubeginn – vor allem aber von Stärke, Dankbarkeit und Hoffnung.

Das gemeinsame künstlerische Arbeiten verband die Frauen miteinander und mit ihrer neuen Heimat Wuppertal. Die Aufführung berührte Publikum und Beteiligte gleichermaßen und machte deutlich: Heimat entsteht dort, wo Menschen einander zuhören und sich verstanden
fühlen.

Eine der Frauen beschreibt ihre Erfahrung so: Sie habe in Wuppertal viele hilfsbereite Menschen kennengelernt und sei dankbar, hier gemeinsam mit ihren Kindern in Sicherheit leben zu können. Andere berichten von einem langen, schwierigen Weg und vom Stolz auf das Erreichte – etwa auf studierende Kinder oder den eigenen beruflichen Weg. Eine Marionette bringt es auf den Punkt: „Bildung und Arbeit sind für das Leben einer Frau von zentraler Bedeutung.“ Jede Marionette wurde in sorgfältiger Handarbeit gefertigt: Von ersten Entwürfen über das Modellieren der Köpfe und das Zusammensetzen zahlreicher Einzelteile bis hin zur Bemalung der Gesichter und dem Nähen der Kostüme entstand jede Figur als einzigartiges Kunstwerk.

Die Aufführung berührte sowohl die beteiligten Frauen als auch die Gäste tief. Eine der Marionetten formulierte es eindrücklich: „Heimat ist dort, wo mir zugehört wird und ich mich verstanden fühle. Man kann mehr als eine Heimat haben.“ Zum Abschluss des Abends verteilten Frauen aus der Ukraine selbstgebackene Plätzchen an die Gäste – als Zeichen des Dankes. Trotz aller Verluste hätten sie hier neue Wege und neue Chancen gefunden. Zum Projekt „Lebensfäden“ ist eine umfangreiche Dokumentation mit vielen Bildern entstanden, die den Entstehungsprozess und die beteiligten Menschen sichtbar macht.

Ansprechpartnerin:

Carla Zenker